The story so far...

HistorieAls im Herbst 1983 erstmals Cross-Motorräder durch die Westfalenhallen dröhnten, war die Zukunft dieses neuen Sports in Deutschland nicht abzusehen. Klar, träumten wir von großen, vollen Stadien wie in den USA, doch danach sah es zunächst nicht aus. Gerade mal zur Hälfte war die Arena am Rheinlanddamm gefüllt, als die 125er mit ihren schmalen Reifen auf die Bretterpiste rollten. Aber Spaß hatten wir, denn die Aktion lief zunächst mal unter der Abteilung "Wintervergnügen" für die damalige Cross-Elite.

Doch trotz des mageren Zuspruchs im Cross-Entwicklungsland Ruhrgebiet begann bundesweit der Einzug des "Hallen-Cross". Stuttgart, München, Bremen, Berlin, Kiel, Köln waren die Stationen der ersten Jahre. Und bereits ab der zweiten Saison gab es einen großen Star in den Arenen, Harald Ott. Der damals gerade 16jährige gewann Rennen am laufenden Band und wurde so zum ersten Hallenkönig.

Im Jahr drei in Dortmund fiel der Startschuss für das eigentlich heute noch gültige Konzept aus Sport, Show und geiler Musik. Und der Zuspruch der Zuschauer wuchs kontinuierlich. Doch für die Crew des ADAC Westfalen gab es nach wie vor den Traum der US-Stadien - eine echte Piste aus Lehm. Nach einer Testveranstaltung im Reitstadion in Iserlohn rollten tatsächlich im Januar 1989 die ersten hundert LKW mit Lehm in die Westfalenhallen. Und der nächste Traum wurde wahr - die Halle war an beiden Tagen ausverkauft! Mit fast 50 Fahrern war ein riesiges Feld am Start, darunter alles, was in Deutschland Rang und Namen hatte. Doch mit den Siegen der deutschen Piloten war es erstmal vorbei, mit Bob Moore begann eine Siegesserie vor allem der US-Boys.

HistorieAm Ende dieses Jahres 1989 fiel auch die Mauer, und so waren im Januar 1990 (erstmals drei Tage) nicht nur viele Fans aus der DDR zu Gast, sondern mit Falk Rudolph auch ein Fahrer aus dem neuen Deutschland. Der Star war aber ein kleiner Trabbi-Kombi, der als Hauptdarsteller in der Eröffnungsshow die offene Aufnahme der neuen Freunde dokumentierte.

Das Fahrerfeld war inzwischen auf knapp über 30 Piloten reduziert und immer wieder gespickt mit großen Namen. Pekka Vehkonen, Broc Glover, Eric Kehoe, Ron Lechien, Greg Albertijn oder Mike Healey waren in Dortmund zu Gast. Bejubelt und gefeiert, keine Frage, aber richtig angefeuert wurden die deutschen Helden. Roland Diepold, der junge Pit Beirer, Bernd Eckenbach und Collin Dugmore. Und gerade die beiden letzteren sorgten für traumhafte Momente des SX Dortmund. Der gebürtige Südafrikaner Dugmore lebte zu der Zeit im nahen Siegerland und war damit natürlich der Local-Hero. Unvergessen bleibt eine typische Situation für den jungen Dugmore. Gleich beim ersten Lauf des Abends gewinnt Dugmore den Start, die Halle steht Kopf. Derart angestachelt fliegt er freundlich winkend mit einem Whip über den großen Doppel, um sich bei der Landung gleich in den Dortmunder Lehm zu bohren! Aus, vorbei, eben Collin!

Bernd Eckenbach fährt sich gleich beim ersten Super-Cross 1989 in die Herzen der Fans. Mit grandiosen Ritten durch die versammelte Prominenz verpasst der Teenager nur knapp einen Podetplatz. 1994 schlägt Bernd dann richtig zu: erster Super-Cross Sieg für einen deutschen Piloten, mit Wiederholung am Samstag! Die Halle bebt, standing Ovations und "Ole, Super-Eckenbach".

HistorieIn der zweiten Hälfte der 90er gibt es für den Winner richtig Kasse. Mit einem neuen Auto darf der König von Dortmund aus der Halle fahren. Mike Jones ist einer der Könige und zählt seit 1990 zum festen Inventar des Revier-SX. Kein Wunder, denn der Kämpfer aus den USA war nicht nur für Siege gut, sondern immer ein Garant für eine gute Show. Auch wenn es ihn wie einst beim Superjump auf den Boden gehauen hat, im Finale stand "Mad Mike" etwas lädiert wieder am Startgatter.

Ein anderer "Oldtimer" hat es nie ganz nach oben auf das Treppchen geschafft. Warren Edward war seit der Premiere 1989 in jedem Jahr am Start. Zwölfmal stand er auf dem Podium, doch für seinen Traum, einen Sieg in Dortmund, hat es nie gereicht. Dafür darf sich der kleine Engländer mit der ewigen Nummer "1" trösten, als wohl auf immer und ewig punktbester Fahrer in Dortmund.

Das neue Jahrtausend erlebte dann erneut einen deutschen Sieger. "JJ" Jochen Jasinski schrieb damit ein Stück Geschichte. Doch schon ein Jahr später war der Traum vorbei, mit einer chronischen Verletzung sagte er dem Cross-Sport in Dortmund Good-Bye. Neue Stars werden kommen.